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Sydney Club

Wir waren unseren Einschätzungen nach aufgepimpt bis zum „Geht-nicht-mehr“, aber im Gegensatz zu den verrückten Engländern und den australischen Frauen ähnelten wir in Jeans und Bluse eher zwei grauen Mäuschen. Denn es war hier in Australien beim Feiern scheinbar Gang und Gebe in pompösen Kleidern und in High Heels aufzutreten als gäbe es kein Morgen.

Leicht ´underdressed` stiegen nun auch wir ins Partygeschehen ein, ermöglicht wurde uns dies mit Hilfe von Freikarten. Spendiert von zwei uns unbekannten Männern, die sicher nur freundlich sein wollten. Der Eintritt kostete uns schon mal nichts und auch das weitere Trinken war für uns nicht teuer, da die zwei Herren, die wir erst nicht losgeworden sind, uns die 5$ Biere reihenweise bezahlten.

Das Gaff lag übrigens in der Darlinghurst Street, ganz in der Nähe der Oxford Street, wo sich die Schwulenszene abspielte. In dieser Straße fand Mann alles was das Herz begehrte, von harmlosen Erotikshops bis hin zu Fetischläden. An diesem Abend hielten wir immerhin länger durch, als am gestrigen. Im Club fanden wir bekannte Gesichter aus dem Hostel und jede Menge andere kontaktfreudige Leute, wie auch Andreas, ein in Sydney studierender durchaus attraktiver Mann.

Diese wahrhaftige Sahneschnitte war also nicht nur heiß, heißer am heißesten, sondern auch noch intelligent. Nichtsdestotrotz hatte ich immer noch mit meiner Sprachbarriere zu kämpfen und infolgedessen auch nicht wirklich viel zum Besten gegeben. Für ein Austauschen der Handynummer hat es allerdings gereicht, damit hörte der Spaß dann aber auch schon wieder auf. Der zweistöckige Nachtclub war demnach ein Erfolg auf ganzer Linie und verfügte auf den Damentoiletten sogar über Glätteisen und Lockenstäbe.

So konnte man schon mal lockere 30 Minuten oder länger auf der Toilette verbringen, außerdem wurde ich noch nie so schnell und unverbindlich, wie auf australischen Discotoiletten, in Gespräche verwickelt. 45 Minuten Toilettengespräch und einige neue Kontakte später kämpfte ich mich wieder zurück auf die Tanzfläche, den nächsten Indern in die Arme. Frauke und ich kamen jedoch am Ende mit einem sabberigen Wangenkuss, seitens des Inders versteht sich, davon.