Sydney Cinema
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Sydney Cinema

Einmal Arschkarte, Schwarzen Peter und Zonk bitte!

Nach dem ganzen Trubel wollten wir uns einen ruhigen Abend gönnen. Herhalten musste ein Verwandter von Frauke, der für einige Monate in Sydney sein würde. Wir entschieden uns fürs Kino, da wir einmal sehen wollten wie viel wir wirklich vom Film verstehen würden.

Was für ein Film geguckt werden sollte, endete schließlich als positive Überraschung. Das Kino, in welches wir gehen wollten, lag direkt neben dem berühmten IMAX, dem 3D Kino Sydneys, und zwar am Darling Harbour. Die spektakuläre Lage, der wunderschöne Blick und die einzigartige Promenade haben uns einfach nach einem kleinen Spaziergang im wohl größten Hafenviertel der Welt dazu eingeladen das Kino zu besuchen.

Zumal der Eintritt am Donnerstag ermäßigt wurde auf 9 $. Der Thriller „Taken“, in welchem es um Frauenhandel und Verbrecherjagd geht, war ein voller Erfolg und sollte der Abschluss eines gelungenen Abends werden. Quasi das perfekte Ende ohne weitere Katastrophen, wie zuvor im anfänglichen Tagesabschnitt.

Doch da wir zwei nun einmal ganz besondere Pechvögel waren, musste es anders kommen. Noch gut gelaunt und etwas müde liefen wir um circa 11.30 pm Richtung Westend.

Dort angekommen erwartete uns dann auch schon die böse Überraschung. Unten im Eingangsbereich, wo eigentlich zu dieser späten Stunde nur noch ein Nachtrezeptionist stehen sollte, war eine Versammlung von mindestens fünf Leuten. Ein wenig irritiert, aber ohne irgendwelche Hintergedanken schritten wir auf dem vierten Level zu unserem Zimmer fort. Schon im Flur wurde Frauke dann von einem eher korpulenten Chinesen aus dem Nachbarzimmer angesprochen, dank des ausgesprochen schlechten Englisch haben wir nichts verstanden und taperten weiter zum Zimmer.

Gerade als wir unseren Schlüssel zücken wollten, ging vom Parallelzimmer die Tür auf und eine weitere Chinesin stand vor uns, sie war jedoch sehr klein und zierlich. Erneute Erklärungsversuche folgten, diesmal haben Frauke und ich uns dann doch etwas mehr Mühe gegeben sie zu verstehen, denn scheinbar ging es (warum auch immer) um unser Zimmer. Mit runzelnder Stirn versuche ich dann unsere Zimmertür aufzuschließen.

Vergeblich. Mittlerweile war es Mitternacht und wir waren nur noch genervt und wollten ins Bett. Super Sache, dass sich gerade heute rausstellen musste, dass die zierliche Chinesin nachts unbedingt noch in unser Zimmer einchecken wollte. Das blöde an der Sache war nur, dass sie dabei den Zimmerschlüssel abbrach, wie auch immer sie das schaffen konnte?!

Da standen wir nun zu dritt vor der Tür, mit den Überresten des Schlüssels in dem Schloss. So erklärten sich zumindest auch die ganzen Leute unten, denn diese versuchten bereits den Schlüsseldienst zu alarmierten oder eine Möglichkeit zu finden die Tür aufzubekommen.

Wichtige Medikamente, unser Wasch- und Schlafzeug lagen noch im Zimmer. Uns wurde erstmal netterweise angeboten die Nacht doch wach zu bleiben oder TV zu gucken. Lächerlich, einfach lächerlich war das alles und im Endeffekt ist der Tag genauso mies geendet wie er bereits begonnen hatte. Die Unfähigkeit anderer Mensch regt mich immer wieder auf. Wie zur Hölle hat dieses zierliche Mädchen es überhaupt geschafft den Schlüssel abzubrechen?

Dass hab ich in meinen ganzen 19 Jahren noch nie geschafft!
Weil wir nicht hilflos dastehen wollten, versuchten wir mit Hilfe des Nachtrezeptionisten das Gegenstück des Schlüssels mit Druck auf das noch im Schloss befindliche Schlüsselstück zu schieben. Tatsächlich, nach einer weiteren halben Stunde, die uns Schweiß und Nerven kostete, ging die Tür auf. Die erste die ins Zimmer hineinmarschierte, war allerdings nicht Frauke oder etwa meine Wenigkeit, nein, die Chinesin bahnte sich ihren Weg ins Zimmer und packte sich geradezu erschöpft ins Bett.

Fassungslos und ohne ein Dankschön standen wir mit dem Rezeptionisten noch eine Weile mit halbgeöffnetem Mund im Flur, bis wir kurzerhand beschlossen dieses dreiste Mädchen aus unserem Zimmer zu verbannen. Sie wurde auf das Parallelzimmer umgecheckt und fragte noch grob geschätzte 1000-mal nach den Gründen, die doch eigentlich so offensichtlich waren. Nahezu tot fielen wir ins Bett, doch das Pech sollte nicht abreißen. Am nächsten Morgen um 7.00 am wurden wir per Feueralarm aus dem Bett gehauen.

In der Nacht haben mal wieder betrunkene Jugendliche, ich speziell vermute es waren die verrückten Engländer, mit einem Feuerlöscher im Aufzug gespielt, direkt nachdem sie diesen zum Stoppen gebracht haben durch wildes Herumgespringe. Da der Feueralarm fast schon an der Tagesordnung lag, legten wir uns nach kurzem Abchecken der Lage gleich wieder in die Kiste und schlummerten den Tag durch. Auf dem Programm standen heute: Chillen, gammeln, Käffchen trinken gehen und wieder ins Bett fallen.