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Brisbane

Brisbane - ein altes Kapitel!

Back to the roots- da waren wir wieder in Brisbane! Bevor Frauke und ich uns allerdings wieder ans Job-Hunting machen wollten/ mussten, haben wir beschlossen unsere paar Moneten die wir bekommen haben voll auf den Kopf zu hauen.

Ich mein heeey, warum sparen oder das Geld für lebenswichtige Dinge wie die Grundbedürfnisse; essen, schlafen usw. ausgeben, wenn man auch alles an einem Tag vershoppen kann?

Gesagt, getan. Schließlich haben wir die Geschäfte in der Innenstadt auch bis dato nur inspiziert um nach möglichen Arbeitsstellen zu suchen.

Die Queen Street schrie gerade zu nach uns, also zögerten wir nicht lang und ließen unser Geld in Läden wie Suprè oder ForeverJoung. Etliche neue Oberteile, Fruchtdrinks und Schmuck waren die Ausbeute des Tages.

Doch wir wollten ebenfalls die Lagune besichtigen von der wir schon in Byron gehört haben. Mit der Stuttgarterin im Schlepptau machten wir uns noch am selben Tag auf Entdeckungsreise zu der anderen Seite der Stadt.

Die berühmte Lagune, die einem aufgeschütteten Sandstrand ähnelt ist in den South Bank Parklands und gleicht einem wahrhaftigen Paradiese.

Hier und da ein paar Bilder von der Skyline und wir waren glücklich, vom wunderschönen Ausblick mal ganz abgesehen.

Wir taperten ebenfalls an der Griffith University vorbei und spazierten über den Campus, der mit einer grünen Oase zu einer gechillten Verschnaufpause einlud.

Die einzig wichtige Sache die wir wohl in der Stadt erledigt haben, war das Besorgen einer neuen Handynummer, weil unsere alte Karte im Outback abgelaufen ist und wir sie von dort aus nicht verlängern konnten. Wir haben demnach schlicht und ergreifend eine Neue gekauft und zwar von der Konkurrenz, sprich Vodafone.

Im weiteren Tagesverlauf folgte noch ein kurzer Einkauf beim Coles um die Ecke und ein Abendessen zusammen mit Betty, die wir im Hostel angetroffen haben, auch Magnus war noch da!

Nachdem wir im Hotel den Internetbereich abgecheckt haben und allen Bescheid gaben, dass wir heil in Brisbane angekommen sind, folgte nur noch ein Endlos-Telefonat mit unseren Eltern.

Selbstverständlich konnten wir den Abend nicht so an uns vorbeiziehen lassen und so setzten wir uns noch in die „Down Under Bar“ und schnackten eine Runde über Gott und die Welt.

Zum Thema gemacht wurde auch der Vorschlag von Debbie, bezüglich ihres Angebots welches sie uns am Tag der Abreise (aus Curavilla) unterbreitete.

Debbie bot uns an für einige Wochen bei ihrer Mutter unterzukommen, damit wir nicht ständig mit gefühlten 1000 anderen, uns fremden, Leuten in Hostel schlafen müssten. Sie würde sich so nochmals auf ihre Art und Weise bedanken und wir würden außerdem noch was von der wunderschönen Sunshine Coast sehen.
Denn da liegt die Wohnung der „Grannie“, wie wir sie jetzt schon nannten.

Kurz um; wir entschieden so viel Gastfreundlichkeit nicht ungenutzt zu lassen und riefen Debbie am Folgetag an, um ein Treffen zu vereinbaren, denn sie war für drei Tage in der Stadt um die Geschäfte (mit dem Vieh) abzuwickeln und ihre Mutter zu besuchen.

So sollte es sein. Nach drei Tagen Brisbane packten wir unsere sieben Sachen wieder zusammen und setzten uns in den Bus nach Caloundra, das Ticket kostete uns allerdings diesmal keine 150 Piepen sondern lediglich 30 $. Eine Stunde Fahrt später, Ausgangspunkt selbstverständlich das Brisbane Transit Centre und da waren wir.

Die Fahrt führte uns bereits an einigen wunderschönen Stränden (z.B. Kings Beach!) vorbei und stimmte uns freudig.

Allerdings hatten wir auch ein wenig Scheu, was und wohl für eine Unterkunft erwarten würde, denn wir haben bis hierher schon eine Menge „schlimmer Umstände“ ertragen müssen und vertrauten diesmal darauf, nicht in einem schäbigen Stenzelhaus unterzukommen.

Die Siedlungen an denen wir vorbeifuhren sahen teilweise sehr „einfach gebaut“ aus, fast wie Caravan-Parks, aber davon ließen wir uns nicht abbringen. Schließlich wollten wir unser Glück versuchen, die große Wahl hatten wir ohnehin nicht!

Gespannt wer uns abholen würde oder wie die Familie sein würde, stiegen wir aus dem Bus unseres Vertrauens aus. „Bus des Vertrauens“ daher, weil wir mit dem Busfahrer schon seitdem wir Sydney verlassen haben stets zusammen gefahren sind.

Zurückgelassen haben wir in Brisbane mal wieder Freunde, wie sooft. Sandro und Betty hielten sich immer noch dort auf und auch viele Gesichter aus dem Westend (Sydney) haben wir dort wieder angetroffen. Auch die Stuttgarterin war ebenfalls, wie Magnus, noch im Base Palace. Wen wir hingegen nicht mehr angetroffen haben, waren die beiden Mädels, die wir im Achter-Zimmer kennen gelernt haben. Sie sind wie wir per Jobvermittlung in die Wüste geschickt worden.

Doch Abschied genommen haben wir auch von Brisbane selbst, dem Ort an den es uns jetzt schon ein zweites Mal gezogen hat. Abschied allerdings auch von den möglichen Jobs dort, wir gaben die Hoffnung nämlich in dieser Stadt erst einmal auf und freuten uns eine neue Chance zubekommen und etwas Neues zu erkunden.

Dass es uns letztlich noch ein abenteuerreiches drittes Mal nach Brisbane führen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Vorerst gab es bei uns die Illusion einen Job zu finden und zwar in keiner geringeren Gegend als dem Touri-Ort schlechthin: Caloundra!

Der Ort ist an der Sunshine Coast gelegen und zieht Reisende magisch an.
´Arbeit finden leicht` gemacht- so zumindest dachten wir.

Doch bevor wir uns wieder mal mit dem Job-Hunting beschäftigen mussten, kamen wir erst einmal an und begrüßten Debbie und ihren ältesten Sohn. Sie wollten uns von dem Transit Centre, aus Caloundra, abholen und zur Grannie fahren.

Überglücklich Debbie zu sehen, fielen wir ihr in die Arme und berichteten ihr von den drei vergangenen Tagen, während sie uns derweil auf ihre Mutter einstimmte.

Zehn Minuten Fahrt später und wir trafen sie alle an, die ganze Crew.
Rodger aka. el jefé, Debbies zwei Söhne und deren Cousin Josh aka. Fritte und die vermeidliche „Grannie“.

Während die Familienangehörigen unsere Sachen aus dem Auto luden setzten wir uns auf Wunsch Debbies in die Küche zu den anderen. Ein bisschen ungeheuer war uns die Situation allerdings schon, den wirklich kannten taten wir niemanden und diese Art von Gastfreundlichkeit haben wir in Deutschland in der Form auch noch nie kennen gelernt.

Stocksteif standen wir den, uns fremden, Menschen gegenüber und brachten stotternder Weise ein „Thank you, for staying in your house“ raus und stellten uns kurz vor.

Wir unterhielten uns folglich eine Weile mit der „Grannie“, die mit uns einen kleinen Rundgang durch das schlicht, weiß gehaltene Haus machte.

Der erste Eindruck: Das Haus war perfekt- sauber, viele Zimmer, nett eingerichtet, jeder hatte sein eigenes Bett und alle waren freundlich und auch die Gegend war sehr nobel.

Nochmals bedankten wir uns bei der vermeidlichen „Grannie“ als diese uns dann vor versammelter Mannschaft aufklärte, dass sie gar nicht die Oma sei!

Ein höchstpeinlicher Moment, wo wir sie doch die ganze Zeit zugetextet haben und sie scheinbar nur eine gute Freundin der Familie war. Super Sache!

Unser Kopf glich nun einer knallroten Bombe…

Nach einer Tasse Kaffee haben wir dann aber noch die „richtige Grannie“ angetroffen, die ebenfalls sehr liebenswert auf uns wirkte. Als alle aus dem Haus waren, nahm sie uns erstmal zum Einkaufen mit, denn Frauke und ich hatten absolut keine Lebensmittel mehr.

Wir fühlten uns noch ein wenig komisch und wussten gar nicht mit der Situation umzugehen, denn wir wurden nicht als „Hosekeeper“ oder „Nannys“ angesehen, sondern als ganz normale Freunde der Familie, sprich Gäste.

Auch beim Einkauf fragte Grannie uns ständig, wie eben eine „echte Grannie“, was wir essen wollen und was wir gerne trinken und so weiter. Dass war allerdings zu viel des Guten. Das Dach über dem Kopf war schon großzügig genug, daher sind wir für unsere Einkäufe natürlich selbst aufgekommen.

Das Einkaufszentrum, welches übrigens eine viertel Stunde Autofahrt entfernt lag, wollten wir übrigens zuerst mit dem Bus aufsuchen, doch Grannie hat uns netterweise schon zur Fahrt eingeladen.

Wir unterhielten uns mit der freundlichen älteren Dame über die Arbeit auf der Farm und auch all die schlechten Erfahrungen die wir zuvor gesammelt haben. Sie bewunderte uns ein wenig für unser eisernes Durchhaltevermögen und unseren Mut. Gleichermaßen war sie etwas empört, dass unsere Eltern uns haben so weit wegreisen lassen, auf einen fremden Kontinent und dass in unseren jungen Jahren.

Ein paar Unterhaltungen später und wir kamen mit vollen Tüten wieder „zu Hause“ an, wo wir als erstes den Kochlöffel schwingen wollten.

Grannie vertraute uns das Haus nun ganz allein an, denn sie wollte zum wöchentlichen Bingo und Fritte war mit Freunden unterwegs, auch Rodger und Debbie sind mittlerweile schon wieder nach Curavilla zurückgefahren.

Zu essen gab es Nudeln mit Pilzsoße und man stelle sich vor, wir haben dieses Mal sogar alles reibungslos hinbekommen- vom Wasser kochen bis zum Pilze schneiden!

Als wir zu Tisch saßen haben wir uns in der Wohnung noch ein wenig umgesehen und erkannt, dass es auf den Bildern neben Fritte und Grannie noch eine weitere Person gab, die hier wohnen musste. Dem war auch so.

Zwei weitere Mädchen zierten das Bild auf dem Stubentisch, der seitlich neben dem Fernseher stand, und wir rätselten wer von den beiden wohl die vermeidliche Person sein könnte. Eine der beiden war schlank und hatte langes, blondes Haar, trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „nobody is perfect, but me“ und die andere war etwas fülliger und hatte dunkel gelocktes Haar.

Im Flur ballerte es plötzlich, die Tür knallte und eine schlecht gelaunte Person kam in die Küche; es war Kirtsy, die zuletzt beschriebene Person von dem Stubenbild. Ein flüchtiger, sehr oberflächlicher Blick genügte und wir gaben ihr den Kosenamen „Klumpen“, wege ihrer Art und ihres Aussehens.

Nett war sie jedoch, keine Frage. Sie stellte sich sofort vor und interessierte sich sehr für uns. Auch ihre schlechte Laune verflog schnell, Ursache dafür war (wie wir später herausbekamen) ein stressiger Arbeitstag im Altersheim.

Wir boten ihr an mit uns mit zu essen und unterhielten uns noch eine Weile, bis wir entscheiden ins Bett zu gehen und so richtig in Ruhe auszuschlafen. Denn ein Zweier-Zimmer, in völliger Stille, ist purer Luxus für unsere Verhältnisse.