Sunshine Coast Australien
Einmal Urlaub, bitte!
Die Sunshine Coast sollte für uns wie ein kleiner Urlaub sein, so haben wir es uns jedenfalls vorgenommen.
Dass alles mag jetzt ein wenig lächerlich klingen, weil wir irgendwie noch nicht so richtig haben arbeiten finden können auf unserem bisherigen Australientrip, aber dennoch mussten wir jetzt erst einmal pausieren.
Denn wir konnten uns nun auch ´mental` zur Ruhe setzten, trotz der Tatsache dass wir keine körperliche Arbeit verrichtet und somit Geld verdient haben, sind wir doch gedanklich die ganze Zeit bei den Jobs.
Die Sache ist nämlich die: Wenn wir in den Hostels lebe, haben wir einen enormen Druck Geld ranzuschaffen, denn jeder bezahlte Hosteltag tut uns im Portemonnaie weh, weil es somit quasi ein vergeudeter Tag ist. Das Geld kann nicht wirklich und mit Spaß ausgegeben werden und einfachste Dinge, wie Lebensmittel werden zu einer waren Einkaufshürde, weil man jeden Cent wenden muss.
Bei „Grannie“ hingegen haben wir nun wenigstens das Glück uns die Bude nicht finanzieren zu müssen, soll heißen wir hatten erst einmal ein paar Tage Ruhe und mussten uns nicht sofort wieder nach Arbeit umsehen. Zumal die Strände und die Umgebung hier auch viel zu schön waren um sich gleich wieder Gedanken für neue Schritte zu machen.
„Grannie`s“ Enkelin Kirsty, also Klumpen, wie wir sie tauften fuhr uns an diesem Tag nach einen kurzem Frühstück am Strand vorbei, um uns die Umgebung ein bisschen näher zu bringen.
Wie üblich für den Strand, haben wir uns in unsere lässigsten Klamotten geschmissen, sprich wir waren im „Schlabber-Look“.
Nachdem wir nun ein paar Runden in dem alten Corsa gefahren sind, welches eher einer Schiffsfahrt glich, weil die Karre irgendwie total federte, fragte Klumpen ob sie uns auch die „Mooloolaba“ zeigen sollte.
Blitzgedanke von Frauke und mir war natürlich- it`s Party-time, weil wir das Wort „Bar“ raushören konnten!
Nicht abgeneigt nickten wir artig wie zwei Wackeldackel auf der Rückbank ihres Autos und baten Klumpen uns erst noch kurz nach Hause zu fahren.
Dort angekommen trank sie einen Ice Coffee, während Frauke und ich rasendschnell im Bad verschwanden.
Geschlagene 30 Minuten haben wir Kirsty warten lassen, um uns aufzubrezeln und alles was wir von ihr ernteten war ein lauter Lacher.
Aus Unsicherheit und totaler Planlosigkeit lachten Frauke und ich als erste Reaktion mit und stiegen ohne weiter nachzuhaken ins Auto zurück.
Voller Spannung und Vorfreude saßen Frauke und ich im Auto, haben uns dabei jedoch leicht angezickt, weil ich weniger in Partylaune war als die anderen beiden, die wildgestikulierend in der lauten Musik verschwanden.
Nicht mehr ansprechbar sangen die beiden auf den vorderen Plätzen und rappten zu Missy Elliott, die ich verständlicherweise nach 30 Minuten Endlosschleife nicht mehr hören konnte.
Nach weiteren 15 Minuten sind wir dann auch endlich mal angekommen. Etwas länger gedauert hat das Ganze allerdings weil Kirtsy sich unbedingt noch einen „kleinen Snack“ holen musste und zwar in Form eines Mega-Happy Meals, aber gut!
Langsam fuhren wir schließlich an einer etwas breiteren Straße vorbei und fragten Klumpen schließlich was für Leute uns wohl erwarten würden, eher die jüngere Generation oder die etwas älteren oder wie die Musik in der bar so sei?!
Es folgte ein verpeilter Blick und ein erneutes lautes Lachen ihrerseits, als sie uns unter Tränen aufklärte…
Bei der Mooloolaba handle es sich nicht etwa um eine Szene-Bar, sondern um einen Ortsteil, von dem aus man wunderbaren Ausblick auf einen nahe gelegenen See hat.
Diesen wollte Kirsty uns lediglich zeigen und wir zwei Deppen waren in der Annahme feiern zu gehen. Peinlich!
So zumindest war unser zweiter Tag an der Sunshine Coast.
Ein bisschen im Auto cruisen und sich schöne Strände anschauen, die Familie etwas genauer kennen lernen und chillen.
Gut okay, hier und da ein kleineres Missverständnis, aber was soll’s?
Abends als Frauke und ich im Bett lagen und den Tag noch mal Revue passieren ließen, mussten wir feststellen, dass die Familie bedingungslos nett zu uns war.
Kirtsy die uns gar nicht kannte, behandelte uns wie eine Freundin und spielte den Stadtführer. Auch Fritte war am Start und sah in uns die passenden Opfer für seine Nerv-Attacken. Nicht zu vergessen „Grannie“, die extra für uns frisches Obst und Gemüse einkaufen war, weil wir ja schließlich immer noch die Tarnung als Vegetarier aufrechterhalten mussten. Denn Rodger und Debbie haben selbstverständlich weitergegeben, dass wir kein Fleisch essen und so wurde unsere Lüge mehr oder weniger zu Qual, denn immerhin war zumindest ich ein „Fleischesser“ aus Leidenschaft.
Was wir schlussendlich auch bemerkten, ehe wir dem festen Schlaf verfielen, war, dass uns für den heutigen Tag erstaunlich wenige Pannen passiert sind!
Ändern sollte sich dies allerdings am darauf folgenden Mittwoch, denn Wäsche waschen und einiges mehr standen mal wieder an….
Und bekanntlich kommt eine Panne selten allein!

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